Täterarbeit "Contra Häusliche Gewalt" - Beratungsstelle Mainz
Aktivitäten/Ausblick
Obwohl nach wie vor das Problem der Schichtarbeiter, die nicht regelmäßig eine Gruppe besuchen können besteht, werden die TAEs Mainz/Worms keine offenen Gruppen anbieten. Die Nachteile des offenen Gruppenangebotes, das darauf ausgelegt ist, einzelne Module abzuarbeiten sehen wir im Folgenden:
- keine Gruppendynamik und wenig Vertrauensbildung in der Gruppe - einzelne Teilnehmer sind zu lange im Programm bis alle Module abgearbeitet sind, d.h. die Einhaltung der Fristen ist nicht gewährleistet - kein situativer Arbeitsansatz mehr möglich, da das Programm für die jeweiligen Termine immer schon fest steht.
Aus den genannten Gründen, werden mit Schichtarbeiter zunächst wieder ausschließlich Einzelgespräche geführt.
Die, sich bereits gegen Ende 2010 gezeigten Tendenz der jugendlichen Beziehungsgewalttäter, die mit gerichtlichen Auflagen zu uns kamen, stieg im Laufe des Berichtsjahres weiter an. Gemeinsam mit den erwachsenen Männern und Familienvätern in der Gruppe machen sie eine besondere Erfahrung im Themenfeld häuslicher Gewalt,- als Täter gegenüber ihrer Freundinnen und als Söhne, die oft selbst Opfer waren.
Leider haben wir große Defizite an Anlaufstellen für Paare oder psychotherapeutische Praxen, die unsere Klienten ohne lange Wartezeiten aufnehmen könnten. Denn ist die Motivation einmal geweckt, ist die Sehnsucht nach Heilung groß.
Das Helfernetz hat inzwischen eine hohe Tragfähigkeit erreicht. Die Zusammenarbeit mit den zuweisenden Stellen (Justiz, Polizei; Jugendämter, Beratungsstellen) funktioniert zum größten Teil reibungslos. Gegenseitige Unterstützung und der notwendige Austausch fördern die Effektivität unserer Arbeit und tragen bedeutend zum Schutz der Opfer bei.
Nach nunmehr sechs Jahren ist das Programm Täterarbeit im Landgerichtsbezirk Mainz bekannt und wird intensiv genutzt. Die Beratungsstellen sind damit mit ihren Aufnahmekapazitäten am Limit.
Im Sinne des Opferschutzes wäre es deshalb von Seiten der Programmverantwortlichen wünschenswert, für das ansteigenden Fallaufkommen auch entsprechend ansteigende Programmressourcen zu schaffen. Leider tendieren die politischen Interessen aufgrund der Sparmaßnahmen in das genaue Gegenteil. Die finanzielle Unsicherheit bedroht zunächst die Neubesetzung der Wormser Stelle, was natürlich eine Auswirkung auf die zuweisenden Stellen, sowie auf die Motivation der Klienten hat. Der Weg nach Mainz ist weit und kostet Geld,- Geld, welches viele Familien nicht haben. Damit gehen uns Klienten verloren, die Opfer sind nach wie vor gefährdet.
Gegen Jahresende wurden. gemeinsam mit den anderen Beartungsstellen im land, vielfältigste Aktivitäten gestartet, die politischen Entscheidungsträger davon zu überzeugen, die geplanten Kürzungen von 46%, doch noch zu verhindern, denn dies wäre mit Sicherheit gleichbedeutend mit einem Aus für das gesamte Landesprogramm.
Täterarbeit "Contra Häusliche Gewalt" - Beratungsstelle Bad Kreuznach
Aktivitäten/Ausblick
Nach einem guten Jahr 2010 konnte die Tätigkeit der Beratungsstelle weiter ausgebaut werden. Kontakte zu den bestehenden Kooperationspartnern wurden intensiviert und neue geschlossen. Die regelmäßige Teilnahme an den Regionalen Runden Tischen der Kreisverwaltungen Bad Kreuznach, Birkenfeld sowie Rhein-Hunsrück war wie schon im Vorjahr fester Bestandteil der Arbeit.
Absprachen und Formen der Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern wurden getroffen und so die Vernetzung mit diesen wie z.B. den Opferunterstützungseinrichtungen, Jugendämtern, der Polizei, des TOA, IB, der Bewährungshilfe, Gerichtshilfe, der Caritas etc. gestärkt; kurze Wege der Kommunikation wurden regelmäßig in Anspruch genommen. Die TAE war auch im Jahr 2011 Bestandteil des „Netzwerkes Kindesschutz und Kindeswohl“.
Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern gestaltete sich gut, sodass Ende des Jahres 2011 27 Falleingänge verzeichnet wurden; die Beratungstätigkeit war im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer (34 Falleingänge), es wurden dennoch zwei Soziale Trainingsgruppen durchgeführt. Weniger erfreulich zeigte sich, dass seit einem personellen Wechsel bei den Dezernenten der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach im letzten Jahr deutlich weniger Zuweisungen durch diese an die TAE erfolgten (6 Fälle in 2011, 15 in 2010). Aufgrund dessen fanden mehrere Kooperationsgespräche mit der Staatsanwaltschaft statt und wurden Absprachen getroffen zur Verbesserung der Zuweisungssituation.
Die derzeitige Stelleninhaberin ist als gewählte Sprecherin der TAE in RLP Mitglied der ehemaligen RIGG-Fachgruppe „Täterarbeit“, heute Interventionsverbund Frauenunterstützung –Täterarbeit, gemeinsam mit einem weiteren Kollegen. Diesem Gremium gehören zudem drei Mitarbeiterinnen der Frauenunterstützungseinrichtungen an; es traf sich im Berichtszeitraum zweimal im Auftrag des Landesweiten Runden Tisches und erarbeitete Empfehlungen für den „Landesweiten Runden Tisch“ (LRT) im Bereich „Täterarbeit im System Opferschutz“.
Ferner war die Stelleninhaberin Mitglied eines Organisationsteams des Regionalen Runden Tisches für einen großen Fachtag im November, der sich mit Kindern und häuslicher Gewalt beschäftigte („Wenn der Papa die Mama haut“). Dieser war sehr gut besucht von Fachleuten aus vielen unterschiedlichen Bereichen und benötigte eine relativ lange Vorbereitungszeit.
Die Einrichtung und die Arbeit der Beratungsstelle waren in der Öffentlichkeit im letzten Jahr sehr gefragt; bei diversen Veranstaltungen referierte die Stelleninhaberin über das Projekt (z.B. erneut bei der Sitzung des Regionalen Runden Tisches), auch in den lokalen Printmedien wurde mehrfach über „Contra häusliche Gewalt!“ berichtet, so entstand z.B. eine Reportage über einen Klienten der Institution in der regionalen Tageszeitung. Die Stelleninhaberin konnte im Frühjahr des Berichtszeitraums ihre im Vorjahr begonnene Ausbildung zur „Täterarbeit in Fällen häuslicher Gewalt“ beim Männerbüro Hannover beenden.
Im November 2011 erreichte alle Täterarbeitseinrichtungen im Land die negative Nachricht, dass die Landesregierung in diesem Bereich im Zuge der Konsolidierungsmaßnahmen Kürzungen der Gesamtfördersumme in Höhe von 46 % Prozent vorsah. Es war klar, dass dies das schnelle Ende des Projekts „Contra häusliche Gewalt!“ bedeutete. Daher wurde, wie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts, auch die Stelleninhaberin der TAE Bad Kreuznach aktiv und ging mit gezielter und deutlich offensiverer Öffentlichkeitsarbeit als bislang gegen die geplanten Kürzungen vor. Wertvolle Unterstützung hierbei erfuhr die Einrichtung von den regionalen Kooperationspartnern wie den RRTs. Das Ende des Jahres 2011 war gekennzeichnet von relativ großer Präsenz der TAE in der regionalen Presse.
Von März bis Ende Dezember absolvierte eine Studentin der Erziehungswissenschaften ein Praktikum in der Einrichtung.
Wie auch schon die Jahre davor erlaubte es die aktuelle Stellenbesetzung von 50 % nicht, alle in Frage kommenden Kooperationspartner zu kontaktieren und an weiteren kooperativen Netzwerken teilzunehmen.
Die Vernetzung aller in Frage kommenden Kooperationspartner im Landgerichtsbezirk soll, wie auch im Vorjahr berichtet, noch weiter verstärkt werden. Kooperative Netzwerke auf verschiedenen operativen und inhaltlichen Ebenen sind unerlässlich für die Etablierung der Täterarbeit. Dies bedeutet vor allem, dass (mögliche) Kooperationspartner des entfernten Umlandes kontaktiert werden sollen und mit der Staatsanwaltschaft erneut Kooperationen geschlossen werden müssen.
Für April 2012 ist ein neuer Trainingskurs geplant; nach aktuellem Stand werden 7 Klienten an diesem Gruppenangebot teilnehmen.
Ziel für 2012 ist der weitere Ausbau der Beratungstätigkeit und die noch stärkere Institutionalisierung der Täterarbeit im Landgerichtsbezirk Bad Kreuznach.
TAE - „Contra Häusliche Gewalt!“ - Koordinationsbüro für Täterarbeit RLP
Aktivitäten/Ausblick
Personell ergab sich ein Wechsel innerhalb der Servicestelle. Der bisherige Stelleinhaber verließ die Opfer- und Täterhilfe Rheinhessen e.V. zum 31. Juli 2008. Seine Nachfolgerin nahm zum 01. August 2008 ihre Arbeit auf. Die ersten Arbeitsmonate der neuen Stelleninhaberin waren der Einarbeitung, der Orientierung, des Kennenlernens der einzelnen Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie verschiedener Kooperationspartner etc. geschuldet. Darüber hinaus erfolgten mehrere Koordinationsgespräche mit dem Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz.
Die Servicestelle hat an dem im September 2008 in Erkner stattgefundenen „Bundesweiten Fachaustausch von Täterarbeitseinrichtungen und Einrichtungen der Frauenunterstützung in Fällen Häuslicher Gewalt“ der BAG TäHG teilgenommen sowie fachbezogene Fortbildungen besucht.
Die Zusammenarbeit der Täterarbeitseinrichtungen im Land wurde verstärkt; so wurden regelmäßig stattfindende Arbeitsgespräche aller Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ implementiert, um den fachlichen Austausch zu gewährleisten.
Die Servicestelle sowie zwei gewählte Sprecher der Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ waren in der Fachgruppe „Täterarbeit im System Opferschutz“ des Landesweiten Runden Tisches des RIGG vertreten.
Des Weiteren fanden regelmäßige Gespräche und mehrfache Testläufe bzgl. der sich noch in der Entwicklung befindlichen EDV-Datenbank zur Klientendatenverwaltung der Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ zur Vereinfachung bzw. Vereinheitlichung der statistischen Erhebungen sowie der wiederkehrenden Arbeitsabläufe statt. Die Weiterentwicklung und Implementierung der EDV-Datenbank wird 2009 fortgeführt.
Darüber hinaus wurden Verwaltungsaufgaben in verschiedenen Bereichen, wie die Pflege der Kontaktdaten und der Homepage (www.contra-haeusliche-gewalt.de) ausgeführt sowie verschiedene Außentermine wahrgenommen.
Die weitere Koordinierung der Arbeit der acht Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ in Verbindung mit einer verstärkten Standardisierung und die Entwicklung einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit wird in 2009 fortgeführt.
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